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Quelle: http://mobil.zeit.de/2013/48/soldaten-deutschland

Ich habe es satt. Immer wieder bin ich mit Beleidigungen, dummen Sprüchen und Diskriminierungen konfrontiert. Nicht weil ich halb schwarz, sondern weil ich Offizier bin. Das regt mich als Bürger auf. Ich kann nicht hinnehmen, dass Menschen, die sich dem Dienst an der Allgemeinheit verschrieben haben, dafür beschimpft werden. Gerade in diesem Moment muss ich mich wieder zurückhalten, keine schneidende Antwort auf eine dieser E-Mails zu verfassen: Ja, echt klasse, was ich für die Integration in Deutschland leiste, aber mit diesem "Verein", bitte, wolle man doch nichts zu tun haben.
Ich bin ein Soldat. Ich habe geschworen, das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen. Ich betrachte die Soldaten der Bundeswehr als Schutzschilde Deutschlands, als Bürger, die bereit sind, für den Frieden und die Freiheit zu sterben. Auch für die Freiheit, uns zu verachten. Andere müssen aber auch akzeptieren, dass ich mich wehre.
Während in den USA der Veterans Day begangen wird, bei dem man Opa noch mal dafür dankt, dass er gegen die Nazis gekämpft hat, nennt man mich einen "Berufsmörder". Warum bloß verachten viele Deutsche ihre eigenen Soldaten so sehr?
Natürlich, da sind die Weltkriege, die deutsche Schuld. Aber bleiben wir doch mal i
m Hier und Jetzt. Was hat die Streitmacht der seit mehr als 60 Jahren friedlichen und demokratischen Bundesrepublik mit der faschistischen Wehrmacht zu? Und warum will sich anscheinend niemand mehr daran erinnern, dass unsere Demokratie erst durch die Invasion der Alliierten möglich wurde, also selbst das beste Beispiel für die gelegentliche Richtigkeit militärischer Intervention ist?

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