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Die Offizierseiten

Der ehemalige Generalstabschef der Schweizer Armee Korpskommandant Jörg Zumstein hat die Führung definiert als "jener schöpferische Akt, der Menschen, technische Mittel und Verfahren einer einheitlichen Zielsetzung unterordnet und in Raum und Zeit koordiniert zur Wirkung bringt, bis der angestrebte Effekt erreicht wird".

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Führung findet jedoch automatisch und oft unbewußt statt!  

Der Hang zum Führen und geführt Werden liegt in der menschlichen Natur. 

Wo Menschen ein gemeinsames Ziel verfolgen wird der Führungsvorgang ausgelöst und die Masse folgt dem, der nach ihrem Empfinden die Erreichung des Ziels am ehesten gewährleistet, eben "Autorität" besitzt.

Vieles ist über persönliche, fachliche und formelle Autorität geschrieben worden. 

Einem Offizier zu erklären, dass zuvorderst seine Persönlichkeit Autorität erzeugen muss, bedeutet "Eulen nach Athen zu tragen".

Von Wolfgang Herbst stammt der wichtige Satz:  

Persönlichkeit ist, was übrig bleibt,  

wenn man Ämter, Orden und Titel von einer Person abzieht.

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Das Führungsmittel großer Persönlichkeiten ist nicht die Befehlsgewalt, sondern das unbedingte Vertrauen der Geführten - also ein Gefühl!

 

Divisionär (CH) Ulrich Zwygart    (in: "Menschenführung" 3. Auflage 1992 S. 16)

Führung ist immer Führung von Menschen. 

Es ist das Einwirken und das Beeinflussen von Menschen in eine bestimmte Richtung. 

Soweit geht es um die Handhabung des Subtilsten, was an Werkstoff nur immer denkbar ist:
der menschlichen Persönlichkeit.

Führung bleibt immer ein Wagnis, weil es sich um einen kreativen, zutiefst menschlichen Prozeß voller Versuche und Irrtümer, Siege und Niederlagen, richtigem Timing und glücklichem Zufall, Intuition und Einsicht handelt.

Führung bedeutet Führertum: 
Das persönliche Beispiel, das Vormachen und das Vorleben sind erfolgversprechender, als bloße Befehle, Weisungen und Anordnungen.

Die Worte Edgar Schumachers sind zeitlos:

Wer Menschen ergreifen will, muss selber ergriffen sein; 
wer Wege aufzeigen will, muß unterwegs sein!

Damit hebt sich die Führung über die Begriffe "Leitung" und "Management", wo es vorwiegend rein um Technisches, wie das Planen, Organisieren, Kontrollieren, Lösen von Problemen und Abwickeln von Prozessen geht.

 

GFM Erwin Rommel  "Die Regeln des Wüstenkrieges", 1942

Der Befehlshaber muß fortlaufend trachten, neuste taktische Erkenntnisse und Erfahrungen in der Truppe bekannt zu machen und durchzusetzen, daß nach ihnen gehandelt wird.
Er muß dafür sorgen, daß seine Untergebenen modernsten Anforderungen entsprechend geschult werden.
Die beste Truppenfürsorge ist eine hervorragende Ausbildung, denn sie erspart unnötige Opfer.

Der Befehlshaber muß Kontakt mit der Truppe haben. Er muß mit ihr fühlen und denken können.
Der Soldat muß Vertrauen zu ihm haben.
Hierbei mache man sich eines zum Grundsatz: Man heuchle niemals den Soldaten gegenüber Gefühle, die man nicht hat!
Die Landser haben einen verblüffend guten Sinn für alles Echte und Unechte.

 

Generalleutnant Friedrich Riechmann, (in: "Von Kambodscha bis Kosovo", 2000, S. 160 f.)

Der Einsatz verstärkt das Gefühl für situationsgerechtes Führungsverhalten. 

Die Sinnhaftigkeit des Auftrages stets vor Augen, wird die Verantwortung, für die Konsequenzen des eigenen Handelns einzustehen, auf allen Ebenen positiv erlebt und vorgelebt.

... Umsicht und Entschlossenheit beweist ein junger Oberleutnant als Konvoiführer zusammen mit seinen Soldaten. Er ist mit seinem Konvoi bei Doboi in eine Schießerei zwischen Serben und Bosniaken geraten. 

Er sichert der Konvoi rundum mit klaren Befehlen, lässt unter Deckung eines TPZ Fuchs drei auf der Straße liegende verwundete Zivilisten durch seinen beweglichen Arzttrupp versorgen, klärt zusammen mit schwedischen Sicherungskräften auf und führt den Konvoi erfolgreich zu Ziel.

Vor dem Ansatz seiner Aufklärung meldet mir der Oberleutnant die Lage und seine Absicht. 

Seine klare und entschlossene Stimme gibt mir die Gewissheit, dass der junge Offizier und seine Soldaten die Sache im Griff haben.

 

Andreas Engermann, (in: "Einen besseren findst Du nicht", 1960, S. 192 f.)

... Nur über eines kamen wir nicht weg, das war die Sache mit den Vorgesetzten. 
So wie wir sie gesehen und erlebt haben. Eine Schweinerei kann überall passieren, schön und gut. Aber inmitten dieser Schweinerei müssen die Vorgesetzten...

Ja was eigentlich?  Helden sein oder bleiben?  Das nicht.

Was müssen sie also?

Wahrscheinlich gibt es darauf nur eine Antwort:

Da sie nun einmal Vorgesetzte sind und ihre Untergebenen ihnen deshalb, weil jene mehr sind als sie kraft ihres Ranges, ihre Untergebenen ihnen deshalb Respekt entgegenzubringen haben, in der Anrede, in der Haltung usw...

Wahrscheinlich müssen deshalb die Vorgesetzten, wenn mal was schiefgeht, in jeder Hinsicht etwas mehr sein, als ihre Untergebenen, etwas mehr an Unerschrockenheit, etwas mehr an Können, etwas mehr an Mut, etwas mehr an Geistesgegenwart, etwas mehr an Nervenstärke...

 

Vor allem jedoch gilt stets: Wer führen will, muss Menschen mögen!

Diese simple Feststellung ist der Schlüssel zur zeitgemäßen Menschenführung!

 

Wer wirklich berufen ist, Menschen zu führen,

der klagt nicht über das Ungeschick seiner Helfer,  

über die Undankbarkeit der Menschen und über mangelhafte öffentliche Würdigung.  

Alle diese Unerfreulichkeiten sind für jenen 

normale Hindernisse im großen Spiel des Lebens.

J. H. Boetcker

 

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